SIEG für Dr. Steelhammer Wladimir Klitschko

Veröffentlicht auf von bunnys-wonderland.over-blog.de

Viel wurde über den "Kampf des Jahres" zwischen David Haye und Wladimir Klitschko geredet. Und beide Boxer lieferten in Hamburg einen begeisternden Kampf ab, den Klitschko am Ende nach Punkten für sich entschied. Der Ukrainer hatte zuvor angekündigt, Haye würde sein 50. K.o.-Sieg werden, konnte dieses Versprechen aber nicht halten. Dennoch verlor der Brite seinen WBA-Schwergewichtstitel an Klitschko, der nun die drei großen Titel (WBA, WBO und IBF) vereinte.

Wladimir Klitschko trifft David Haye mit dem Jab

Punktlandung: Wladimir Klitschko trifft David Haye mit dem Jab.

 

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David Haye hatte seine Provokationsstrategie bis kurz vor dem Kampf durchgehalten. So ließ der Brite Wladimir Klitschkos Bruder, Vitali, nicht beim Tapen zusehen. Eigentlich ist es beim Boxen üblich, dass Vertreter des jeweils anderen Boxers beim Tapen dabei sind, um sich dadurch persönlich vergewissern zu können, dass keine Gegenstände oder andere verbotene Mittel in die Handschuhe gesteckt werden. Der "Hayemaker" weigerte sich auch, Fernsehkameras in seine Kabine zu lassen und sorgte so für einen weiteren Affront gegen die Klitschkos.

 

Pech hatten die Zuschauer in der gut gefüllten imtech-Arena zu Hamburg. Es herrschte "Fritz-Walter-Wetter", um auf die Fußball-Sprache zurückzugreifen. In anderen Worten: Es regnete in Hamburg! Der Ring war überdacht und folglich trocken, große Teile der Zuschauerränge nicht. Dennoch warteten knapp 45.000 Zuschauer voller Hoffnung auf den "Fight".

 

Klitschko ging als klarer Favorit ins Duell, hatte er doch deutlich mehr Erfahrung im Schwergewicht (58 Kämpfe, 55 Siege und drei Niederlagen) und war satte 13,5 kg schwerer sowie sieben Zentimeter größer als Haye. Der 30-jährige Engländer, der alle seine fünf zuvor bestrittenen Schwergewichtskämpfte gewonnen hatte, ist aber der schnellere Boxer. Im Ring ist Haye schnell, auf dem Weg zum Ring ist er dagegen sehr langsam. Der Brite ließ Publikum, Ringrichter und den ehemaligen Schwergewichtsweltmeister Lennox Lewis, der ihn zum Ring begleiten wollte, warten. Das sorgte natürlich für ein gellendes Pfeifkonzert, dass der WBA-Weltmeister wohl auch in seiner Kabine gehört hatte.

Das Ende der Psychospielchen - Der Kampf beginnt!

 

 

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Wladimir Klitschko

Klarer Sieger nach Punkten und dreifacher Schwergewichtsweltmeister: Wladimir Klitschko.

 

 

Nach ein paar Minuten war auch dieses Psychospielchen zu Ende und Haye betrat die Arena. Danach war Klitschko dran, der sich zwar auch etwas Zeit nahm, aber längst nicht so viel wie sein Kontrahent. Der IBF- und WBO-Weltmeister marschierte in Begleitung von Vitali und Box-Legende George Foreman zum Ring. Dann ging's endlich los! In der Anfangsphase war noch nicht viel los, da sich beide Boxer belauerten. Klitschko setzte auf seinen Jab und hielt Haye auf Distanz. Dieser wiederum bewegte sich wieselflink um den Ukrainer und suchte den Infight, klare Treffer konnten aber keiner der beiden landen. Es war ein ausgeglichener Kampf, in dem sich aber Klitschko in der dritten Runde eine blutige Nase holte. Haye war dynamischer und landete einen weiteren guten Treffer, den Klitschko aber umgehend konterte.

 

Das Duell nahm nun Fahrt auf und entwickelte sich zu einem sehenswerten Kampf. Beide Boxer überzeugten auf ganzer Linie. Haye war flink, ließ sich aber auch oft sehr schnell auf die Knie fallen, wenn Klitschko in der besseren Position war. Der Brite schaffte es zumeist, nicht getroffen zu werden, konnte aber selbst kaum Treffer landen und war der passivere Boxer. In der siebten Runde ging Haye abermals auf die Knie, "Dr. Steelhammer" drückte den Briten dann auch runter und wurde prompt vom Ringrichter mit einem Punktabzug bestraft.

 

 

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Haye boxte taktisch klug, so sparte er sich seine Angriffe meist für die letzten Sekunden einer jeden Runde auf, um dadurch bei den Punktrichtern einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. In der neunten Runde musste er allerdings eine gelungene Links-Rechts-Kombination einstecken, bewies dabei aber starke Nehmerqualitäten. In der zehnten Runde ging der "Hayemaker" in bekannter Manier auf die Knie, diesmal wurde er aber vom Ringrichter angezählt, weil es zuvor einen leichten Kontakt gegeben hatte. Das alles änderte aber nichts daran, dass es ausgeglichen blieb.

 

Klitschko machte bis zur zwölften Runde den etwas besseren Eindruck, doch Haye gelang in der letzten Runde noch einmal ein guter Schlag. Dabei blieb's dann, da beide Boxer nicht mehr zu Boden gingen. Nach Kampfende gratulierte Vitali dem Engländer zu dessen Leistung, die letztlich aber nicht ausreichte, um zu gewinnen. Klitschko gewann klar nach Punkten (117:109, 118:108 und 116:110) und vereinte damit die Schwergewichtstitel der drei Weltverbände WBA, WBO und IBF. Die Klitschkos haben damit ihr großes Ziel erreicht, weil Vitali Klitschko amtierender WBC-Champion ist. "Wir haben jetzt alle Gürtel in der Klitschko-Familie", freute sich Wladimir über den historischen Moment.

 

Trotz der markigen Sprüche im Vorfeld des Kampfes, erwiesen sich beide Boxer nach den Duell als Sportsmänner und hatten nur noch Lob für den jeweiligen Gegner übrig. "Es war nicht leicht, er war unheimlich schnell und variabel. Es hat nicht gereicht für meinen 50. K.o., den habe ich jetzt noch vor mir", sagte Klitschko. "Ich habe alles gegeben, was ich konnte. Aber ich wusste, dass ich nicht ganz fit bin", rechtfertigte sich Haye dann doch noch ein wenig.

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