Mary-Jane tod in Zella-Mehlis

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Schueler, Lehrer und ein Polizist stehen am Montag (27.06.11) vor der Schiller-Schule in Zella-Mehlis. Nach dem gewaltsamen Tod der siebenjaehrigen Mary-Jane fahnden die Ermittler weiter intensiv nach dem Taeter. "Die Sonderkommission arbeitet fieberhaft an der Auswertung der Spuren", sagte Staatsanwalt Thomas Wassmuth am Montag der Nachrichtenagentur dapd. Nach Angaben eines Polizeisprechers gingen zahlreiche Hinweise von Zeugen ein. (zu dapd-Text) Foto: Jens-Ulrich Koch/ dapd // Zella-Mehlis: Polizeiautos eskortiert jetzt Kinder – Phantombild von Zeugen veröffentlicht

Schueler, Lehrer und ein Polizist stehen am Montag (27.06.11) vor der Schiller-Schule in Zella-Mehlis. Nach dem gewaltsamen Tod der siebenjaehrigen Mary-Jane fahnden die Ermittler weiter intensiv nach dem Taeter. "Die Sonderkommission arbeitet fieberhaft an der Auswertung der Spuren", sagte Staatsanwalt Thomas Wassmuth am Montag der Nachrichtenagentur dapd. Nach Angaben eines Polizeisprechers gingen zahlreiche Hinweise von Zeugen ein. (zu dapd-Text) Foto: Jens-Ulrich Koch/ dapd

 

 Von Polizeiautos begleitet verlässt eine Gruppe Kinder mit Sportbeuteln unter dem Arm das Schulgelände. Die Drittklässler wollen zum Sportplatz und die Polizeieskorte sorgt dafür, dass sie unbehelligt an der Schar der Journalisten vorbeikommen. «Am Morgen haben wir beschlossen, die Kinder vor den Reportern zu schützen», sagte Schulamtsleiter Michael Kaufmann über die Entscheidung seiner Behörde.

 

«Ein tragisches und trauriges Ereignis wie der Tod von Mary-Jane muss höchst sensibel aufgearbeitet werden. Gerade mit Grundschülern», fügt er hinzu. Die Eingänge der Grundschule in Zella-Mehlis, auf die das Mädchen, dessen Leiche am Samstag gefunden wurde, ging, werden nun bewacht. Kamerateams, die am Morgen auf die Schulflure gestürmt waren, werden auf Distanz gehalten. Dazu hat das Schulamt am ersten Schultag nach Mary-Janes Tod ein Team von Psychologen und Notfallseelsorgern in die Schule entsandt, begleitet von Spezialisten der Polizei. «Allein drei Psychologen und drei Notfallseelsorger kümmern sich um die Kinder und ihre Lehrer. Es sind Gruppengespräche in den Klassen und auch Einzelgespräche mit den Kindern geführt worden», sagt Kaufmann. Lehrer, auf denen nunmehr ein gewaltiger Druck laste, hätten zudem Tipps zum Umgang mit der Tat bekommen. Bis zum späten Nachmittag waren die Psychologen im Einsatz.

Unterdessen ist in Zella-Mehlis die Trauer um den Tod der siebenjährigen Mary-Jane auch zwei Tage nach dem Fund ihrer Leiche in einem Bergbach allgegenwärtig. Immer wieder kommen schockierte Menschen zum Wohnhaus der Familie im Plattenbau-Viertel, um dort Blumen und Plüschtiere als Zeichen des Mitgefühls abzulegen. Viele plagt die Angst, dass der Täter nicht gefasst werden könnte. Umso erleichterter werden Nachrichten, wie die vom Fund eines Schulranzens und der Erstellung eines Phantombildes, registriert. «Hoffentlich schnappen sie ihn jetzt schnell. Das wäre gut für die Mutter und uns alle», sagt ein älterer Mann. Später stellt sich allerdings heraus, dass der Ranzen wahrscheinlich nicht dem Mädchen gehörte und mit dem Phantombild ein Zeuge gesucht wird. Am Vormittag hatte Thüringens Kultusminister Christoph Matschie (CDU) Zella-Mehlis besucht, um sich ein Bild von der Lage zu machen. «Ich bin sehr erschüttert über das Verbrechen», sagte er bei einer anschließenden Pressekonferenz. Als Vater dreier Kinder gehe ihm der Tod des Mädchens sehr nahe. Auch der Bürgermeister von Zella-Mehlis, Karl-Uwe Panse (parteilos), der seinen Urlaub wegen des gewaltsamen Todes von Mary-Jane unterbrochen hat, zeigte sich sehr betroffen. In 21 Jahren als Stadtoberhaupt sei ihm so ein Verbrechen glücklicherweise bisher erspart geblieben, sagte der sichtlich erschütterte Panse. Am Montagabend findet in der Magdalenenkirche ein Trauergottesdienst für das Mädchen statt.

Die Trauer um die getötete Siebenjährige versuchen manche, für ihre Zwecke zu missbrauchen. So stellten Rechtsradikale an einem Supermarkt in unmittelbarer Nähe zur Wohnung der getöteten Mary-Jane mehrere Plakate auf, auf denen sie «Todesstrafe für Kinderschänder» fordern. Einzelne Rechtsradikale behelligen zudem trauernde Passanten mit neofaschistischer Propaganda.

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