Heute vor 1 jahr In Gedanken an sie 21 toten der Loveparade

Veröffentlicht auf von bunnys-wonderland.over-blog.de

 

 

Heute vor genau 1 jahr starben bei der Loveparde in Dusiburg 21 Menschen und viele weiter wurden verltzt

 

in Genanken an die Opfer, Angehörigen und an die Verletzen

Loveparade_2010_by_Saanmo.png

 

loveparade_2010_923425.jpg

 

0273_543_Ungl-cksstelle-der-Loveparade-2010-in-1-543x199.jpg

 

viele der verleztzen sind heute immer noch in therapeutischer behandlung um das geschene zu verarbeiten-  denn viele von ihnen sahen menschen unter sie oder neben sie sterben

 

. Am 24. Juli 2010 waren 21 zumeist junge Menschen am einzigen schmalen Ein- und Ausgang zum Gelände, auf dem das Raver-Festival stattfand, zu Tode gequetscht worden. Mehr als 500 Menschen wurden verletzt und Unzählige traumatisiert. Am Wochenende finden mehrere Veranstaltungen in Duisburg statt, die der Opfer gedenken.

 

Wie recht schnell nach dem Ereignis klar wurde, handelte es sich nicht um eine unglückliche Verkettung von Zufällen, ja nicht einmal nur um Fahrlässigkeit der verantwortlichen Behörden und des Veranstalters. Es war eine Katastrophe mit Ansage. Trotzdem ist bisher niemand verurteilt worden, und Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU), der politisch Verantwortliche, befindet sich bis heute im Amt.

 

Die Veranstalter und die politisch Verantwortlichen hatten sich skrupellos über die Bedenken und Warnungen von Fachleuten hinwegsetzt. In einem 452-seitigen Zwischenbericht der Duisburger Staatsanwaltschaft, die in der Angelegenheit ermittelt, heißt es, die Genehmigung für die Loveparade sei „rechtswidrig“ und „hätte zu keinem Zeitpunkt erteilt werden dürfen“.

 

Der Veranstalter Lopavent, die Firma von Rainer Schaller, Inhaber der Fitness-Kette McFit, hatte die Großveranstaltung dem eigenen Profitinteresse untergeordnet. Aus Kostengründen wurden zahlreiche Auflagen missachtet, so die Auflage, „aus Sicherheitsgründen das gesamte Gelände mit einer Lautsprecheranlage auszustatten“.

 

Am Tag der Loveparade war jedoch keine Lautsprecheranlage errichtet worden. Laut Aussage eines Polizisten begründete dies ein Mitarbeiter von Lopavent damit, dass die Kabelwege zu lang seien. Die Veranstalter-Firma setzte auch weniger Ordner als vereinbart ein. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Anfangsverdachts der fahrlässigen Tötung und Körperverletzung gegen vier Mitarbeiter von Lopavent, nicht aber gegen Schaller selbst.

 

Die Polizei hat ebenfalls Fehler gemacht und zumindest zum Ausmaß der Katastrophe beigetragen. Im Zwischenbericht der Staatsanwaltschaft wird der Leitende Polizeidirektor Kuno Simon als Beschuldigter geführt. Der Bericht zeichne „das Bild einer hoffnungslos mit der Lage überforderten Truppe“, kommentiert die Rheinischen Post. Über den damaligen Duisburger Vize-Polizeipräsidenten Detlef von Schmeling schreiben die Staatsanwälte: „Derzeit ist nicht bekannt, ob und wann sich der stellvertretende Polizeipräsident in der Einsatzzentrale im Polizeipräsidium Duisburg aufhielt.“

 

Der Bericht stellt auch fest, dass eine sonst bei solchen Großveranstaltungen übliche „Bevorrechtigung der Mobilfunkanschlüsse der Einsatzkräfte weder beantragt noch geschaltet war“. Bei einer solchen Vorrangschaltung entstehen hohe Kosten. Das nordrhein-westfälische Innenministerium, das von dem aus Duisburg stammenden Ralf Jäger (SPD) geführt wird, hatte mehrere Berichte vorgelegt, die das Ministerium und die Polizei entlasten. Der Zwischenbericht der Staatsanwaltschaft zeigt, dass dies wider besseres Wissen geschah.

 

Eine zentrale Verantwortung sieht die Staatsanwaltschaft bei der Stadtverwaltung und ihren Behörden. Oberbürgermeister Sauerland hatte sich vehement für die Durchführung der Loveparade in Duisburg eingesetzt und seinen Ordnungs-Dezernenten Wolfgang Rabe (CDU) darauf angesetzt, die Loveparade gegen alle Hindernisse durchzuboxen.

 

Die Ermittler werfen Rabe vor, ihm seien bei der Genehmigung „alle Gefahrenpunkte bekannt“ gewesen. Er habe trotzdem darauf „gedrängt“, die Loveparade stattfinden zu lassen.

 

Das Bauordnungsamt der Stadt hatte sich wiederholt geweigert, die Genehmigung für die Loveparade zu erteilen. Die Amtsleiterin war daraufhin versetzt worden. Als eine Verwaltungsmitarbeiterin die zu schmalen Fluchtwege kritisierte, wies Rabe sie zurecht: Der Oberbürgermeister wünsche die Veranstaltung nun mal, sie solle doch lieber „konstruktiv mitarbeiten“. Auch Sicherheitsbedenken seitens der Polizei und Feuerwehr wischte Rabe beiseite.

 

Oberster Dienstherr des Bauordnungsamts war nach Sauerland der inzwischen aus dem Amt geschiedene Stadtplanungs- und Bau-Dezernent Jürgen Dressler (SPD). Er hatte ungefähr einen Monat vor der Loveparade in einem handschriftlichen Vermerk die Zuständigkeit des Bauordnungsamts bestritten und notiert: „Die Entscheidung in allen Belangen obliegt II.“ Die II steht für das von Rabe geführte Ordnungs-Dezernat.

 

Dressler hatte diesen Vermerk nach einer Konferenz über den Brandschutz, die Beschränkung der Besucheranzahl und die Entfluchtung des Geländes bei der Loveparade erstellt und gehofft, er werde ihn vor Ermittlungen retten. Die Staatsanwaltschaft Duisburg deutet ihn jedoch als Anfangsverdacht. Sie wirft Dressler „Untätigkeit“ vor. „Keiner der involvierten vorgenannten Mitarbeiter des Bauordnungsamtes war am Tage der Veranstaltung vor Ort“, heißt es in ihrem Bericht. Es gab demnach keine Kontrolle der Genehmigungsinhalte und erteilten Auflagen.

 

Neben Rabe und Dressler ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen weitere neun Mitarbeiter der Stadt, nicht aber gegen Oberbürgermeister Sauerland.

 

Dabei hat gerade der Oberbürgermeister den Unmut und die Wut der Bevölkerung wie kein anderer auf sich gezogen. Unmittelbar nach der Loveparade-Katastrophe hatte er versucht, die Opfer selbst für ihren Tod verantwortlich zu machen, indem er behauptete, sie seien am Eingang Mauern hochgeklettert, seien gestürzt und hätten so die Panik ausgelöst.

 

Bis heute hat er jegliche politische Verantwortung zurückgewiesen. Wäre die Loveparade ein Erfolg geworden, hätte er sich damit gerühmt. Nun behauptet er, er habe sich als Oberbürgermeister keinerlei Vergehen schuldig gemacht. Erst vor zwei Wochen bekannte er sich schließlich „zur moralischen Verantwortung“, nach einem Jahr, in dem die Angehörigen der Toten und die Besucher der Loveparade neben ihrer Trauer auch noch die abstoßenden gegenseitigen Beschuldigungen der Verantwortlichen miterleben mussten.

 

Um ihre Unschuld zu beteuern, ließ die Stadt für fast 300.000 Euro von der eng mit ihr verbandelten Kanzlei von Dr. Ute Jaspers und Andreas Berstermann ein „Gefälligkeitsgutachten“ erstellen, während Opfer und Hinterbliebene bis heute auf Entschädigung warten. Dem Duisburger Blog Xtranews drohte Jaspers mit einem Ordnungsgeld von 250.000 Euro, weil dort die Anlagen des Gefälligkeitsgutachtens veröffentlicht wurden, darunter Pläne, Protokolle usw., die einen wahrheitsgetreuen Einblick in den Ablauf der Genehmigung ermöglichen.

Um über die neuesten Artikel informiert zu werden, abonnieren:

Kommentiere diesen Post